Förderung auch für Jugendarbeit und Ferienfreizeiten

In den Ferien nicht pauken

Saerbeck. Zwei Milliarden Euro stelle der Bund zur Verfügung, um nach den Ferien ein Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche zu starten. Im Gespräch mit Vertretern der CDU Saerbeck beschrieb Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin, die Situation: „Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer haben in den letzten Monaten unter großem Druck gestanden. Ein Teil der jungen Menschen war mit dem selbstorganisierten Lernen zu Hause überfordert. Ich kenne viele Eltern, die Sorge hatten, ihre Kinder könnten zu viel Unterrichtsstoff verpassen.“ Darüber hinaus hätten Lehrer täglich neu ihre Flexibilität zeigen müssen, um unter diesen widrigen Umständen einen Unterricht auf Distanz oder im Wechsel zu organisieren. „Wir haben allen Beteiligten viel zugemutet. Das ist uns bewusst!“, erklärte die CDU-Abgeordnete die angespannte Situation der letzten Monate. „Ich habe die ganze Bandbreite der menschlichen Erfahrungen kennen gelernt. Diejenigen, die es gut hinbekommen haben. Aber auch Schüler, die Versagensangst hatten, oder Eltern, die die Doppelbelastung von Beruf und dem Lernen zuhause tragen mussten.“

Man dürfe die Augen nicht davor verschließen, dass nicht alle Kinder und Jugendlichen gleich gute Ausgangspositionen hatten, um den Unterricht von zu Hause aus mitzumachen. „Daher ist es richtig, dass der Bund jetzt sehr viel Geld in die Hand nimmt, um ein Nachholprogramm zu starten und das Land dies mit weiteren Maßnahmen unterstützt.“ Zu diesem Nachholprogramm gehöre aber nicht nur reines „Pauken von Matheformeln“ wie Karliczek betont, sondern „man muss die ganze Entwicklung des Kindes betrachten.“ Auch im sozialen Bereich sei viel verloren gegangen, bestätigt Monika Schmidt (CDU-Vorsitzende) und das fehle den Kindern ebenfalls in der Entwicklung. Daher sei es gut, dass nicht nur Geld für Nachhilfestunden zur Verfügung gestellt werde, sondern auch Maßnahmen zur frühkindlichen Bildung unterstützt würden. „Es war uns wichtig, dass auch außerschulische Angebote und Ferienfreizeiten, wie kulturelle und sportliche Jugendarbeit gefördert werden.“, so die Politikerin. Fraktionsvorsitzender Bernd Willebrandt begrüßte, dass auch Vereinsangebote, „außerschulische Lernstandorte“ und Mehrgenerationenhäuser aus diesem Fördertopf unterstützt würden, um Kinder und Jugendliche bei der Aufarbeitung von Entwicklungsdefiziten zu unterstützen. „Ohne ehrenamtliches Engagement werden wir diese Aufgabe in den nächsten Monaten nicht schaffen!“

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